Schwibbogen

Unter dem Begriff Schwibbogen versteht man in erster Linie einen Bogen der ursprünglich aus der Architektur stammt. Der Schwibbogen hat mittlerweile aber auch noch weitere Bedeutungen.

Der ursprüngliche Begriff Schwibbogen steht für einen waagrechten Bogen den man meist in engen Gassen findet. Früher wurden diese Bögen sehr oft verwendet und sollten die Gebäudeteile zweier Gebäude stützen. In dieser Bedeutung wird dem Schwibbogen eine Spreizfunktion zugeschrieben. Heute findet man diese Schwibbögen nach wie vor, vor allem in den Altstädten. Spaziert man in einer Altstadt durch die vielen kleinen und engen Gassen wird man rasch feststellen, dass es hier sehr viele Schwibbögen gibt. Diese Bögen sind so übermauert, dass sie oben einen geraden Abschluss haben. Oft sind diese dann noch mit verschiedenen Mustern verziert und bilden ein schönes Gesamtbild in diesen kleinen Gassen.

Als Schwibbogen bezeichnet man jedoch auch einen Teil einer Friedhofsanlage. Hier wurden bis ins 18. Jahrhundert hinein die Grabstätten auch oft als Schwibbögen bezeichnet. Der Schwibbogen hat hier die Öffnung der Mauer zu den kleinen Räumen dargestellt, welche man zur Beisetzung von Verstorbenen verwendet hat.

Im 18. Jahrhundert ist dann jedoch ein weiterer Begriff für einen Schwibbogen aufgekommen. Der im Erzgebirge neu verwendete Lichterbogen wird ebenfalls Schwibbogen genannt. Schwibbögen sind im Erzgebirge ein fixer und bedeutender Bestandteil der Volkskunst. Früher wurden diese Schwibbögen meist aus Metall hergestellt, während er heutzutage in der Regel aus Holz gefertigt wird. Heute findet man einen Schwibbogen meist in der Vorweihnachtszeit als Dekoration in den Fenstern. Diese sind nun mit verschiedenen Motiven geprägt und mit einigen Kerzen oder mittlerweile elektrischen Lichtern versehen. Aus der Geschichte heraus ist der Erzgebirgische Schwibbogen ein Symbol des Bergbaus und soll durch die Lichter den Bergleuten den sicheren Weg zurück nach Hause weisen.

Der Schwibbogen hat jedoch eine vor allem am Land viel weiter verbreitete Bedeutung. Die Tradition einen Schwibbogen zu bauen soll nämlich als Glücksbringer für diejenigen sein, für die der Schwibbogen aufgestellt wird. Am Land wird zum Beispiel dem Brautpaar am Tag der Hochzeit ein Schwibbogen vor dem Haus aufgestellt, durch den die Brautleute durchgehen müssen. In der Regel wird dieser Bogen von den Nachbarn aus einem Holzgestell verziert mit Zweigen und Bändern gefertigt und dem Brautpaar als Symbol für ewiges Glück geschenkt.

Der Schwibbogen ist demnach schon ein sehr alter Begriff, er findet sich jedoch immer wieder.

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